Adiós, Gra­na­da!

In einem Palast am Dar­ro und Genil,
dort am Fuße der Sier­ra Neva­da,
leb­te ich als König von Gra­na­da
in vol­ler Blü­te, denn Blü­hen war mein Ziel.

Von der Alham­bra schau­te ich hin­über
auf den Albaicín und sah die Mas­sen
her­an­stür­men durch des Vier­tels Gas­sen,
o ging’ die­ser Kelch doch an mir vor­über!

Der Pöbel steigt auf, die Wei­sen ver­küm­mern,
was einst ich geglaubt, ach, liegt nun in Trüm­mern.
Adiós, Gra­na­da, so gib mich doch frei!

Die Hal­len, geschmückt mit den Wor­ten der Zeit,
ent­rö­ten, ver­gil­ben, zer­grau­en ent­weiht.
Adiós, Gra­na­da, der Spuk ist vor­bei.

Ber­lin, Febru­ar 2018

Kategorien Autolyrisiert

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Arabist mit Schwerpunkt auf arabischer Sprachwissenschaft (klassisches Arabisch, modernes Hocharabisch, Grammatik, Dialektologie) sowie klassischer und moderner Dichtung, Lektor, Lehrer, Übersetzer, Dichter, Literaturkritiker